Ron Kellermann

Nachhaltigkeit - Demokratie - Radikalität

Ohne Nachhaltigkeit kein besseres Leben.

Nachhaltigkeit ist notwendig. Darüber brauchen wir nicht mehr zu diskutieren. Und wir brauchen mehr davon, viel mehr. Denn die aktuellen Denk- und Handlungspfade, die Politik, Wirtschaft und weite Teile der Gesellschaft eingeschlagen haben, werden nicht ausreichen, um auch in Zukunft ein gutes Leben mit einer hohen Lebensqualität und Wohlstand für möglichst alle Menschen zu verwirklichen. Dafür müssen wir nicht nur ökologisch, sondern auch sozial und ökonomisch viel nachhaltiger werden als bisher.

Je nachhaltiger wir sind, umso besser ist unser Leben.

Ohne Demokratie keine Nachhaltigkeit.

Nachhaltig werden können wir nur dann, wenn der dafür notwendige Wandel unserer Lebensstile und unserer gesellschaftlichen Systeme von möglichst vielen, am besten von allen Menschen mitgetragen wird – also nicht „top down“ in einer Öko-Diktatur, sondern ausschließlich in einer Demokratie. Nachhaltigkeit und Demokratie sind deshalb zwei Seiten einer Medaille. Sie müssen immer zusammengedacht werden: ohne Demokratie keine nachhaltige Gesellschaft.

Je demokratischer wir sind, umso nachhaltiger können wir sein.

Ohne Radikalität kein gesellschaftlicher Wandel.

Um unser nachhaltiges und demokratisches Denken und Handeln ist es derzeit jedoch nicht gut bestellt. Sie sind im wörtlichen Sinne zu „konventionell“. Dadurch sind wir zu langsam, graben nicht tief genug und schauen nicht weit genug und schließen zu viele Ideen, Lösungen und Menschen aus. Wir brauchen also nicht nur einen nachhaltigen, sondern auch einen demokratischen Wandel unserer Gesellschaft, an dessen Ende alle Menschen gleichermaßen in alle Entscheidungen einbezogen werden, die sie betreffen.

Dafür dürfen wir uns jedoch nicht an erprobten, eingeübten und lange Zeit erfolgreichen Konventionen orientieren, sondern müssen radikaler werden, verstanden in der ursprünglichen Bedeutung als „bis an die Wurzel, den Ursprung gehend; gründlich“.

Denn der Klimawandel, die schwindende Zufriedenheit mit dem demokratischen System und die wachsende Ablehnung seiner Parteien sind selbst radikal: Sie gehen bis an unsere Wurzel, an den Ursprung unserer Existenz und unserer Werte, und drohen, sie zu zerstören. Unsere Reaktion darauf muss deshalb ebenfalls radikal sein.

Radikale Zeiten brauchen radikale Lösungen.